Segelfreizeit
Im Frühjahr 1985 suchte unsere ehemalige Kollegin, Frau Schwan, für eine Klassenfahrt mit sportlichem Schwerpunkt (Segeln) eine Schule, die gleichzeitig auch Übernachtungsmöglichkeiten anbot. Die Ammersee-Segelschule von Heinrich Seidl in Dießen bot für das geplante Unternehmen die besten Voraussetzungen. Als Unterkunft stand dort das Kinderheim des Benediktinerinnenklosters St. Alban zur Verfügung. So konnte im gleichen Jahr die erste Segelfreizeit gestartet werden. Die Herzlichkeit, mit der wir im Kinderheim von St. Alban aufgenommen wurden, war nicht zu übertreffen. Alle freuten sich schon auf die Wiederholung im folgenden Jahr.
Seit dieser Zeit fahren Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 – 13, die Interesse am Segeln haben, unter der Leitung von verschiedenen Kolleginnen und Kollegen (Frau Schwan und Herrn Hoffritz – Frau Vaaßen und Herrn Preuß – Frau Lindemann, Herrn Dr. Rohde und Herrn Preuß) jeweils in den Sommerferien zu einem Segelkurs an den Ammersee.
Viele Jahre fuhren wir gerne „in unser Kloster“. Leider war es den Schwestern von St. Alban etwa ab 1995 nicht mehr möglich, uns zu beherbergen. Es folgten Jahre, in denen wir in verschiedenen Unterkünften wohnen mussten. Für unser leibliches Wohl wurde nach der Zeit im Kloster durch die Familie Götzfried im Sportlerheim des MTV gesorgt. Seit ???? wohnen wir nun auch im Jugendheim des MTV Dießen, wo wir Frühstück und Abendessen selbst organisieren. Das Mittagessen gibt es montags im Unterbräu und an den anderen Tagen im MTV-Sportlerheim.
Bericht eines Teilnehmers
„In den letzten Sommerferien traf sich wie in jedem Jahr eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern morgens am Hauptbahnhof, um einmal mehr zu einer Segelfreizeit am Ammersee aufzubrechen. Über Stuttgart und Augsburg ging unsere Fahrt nach Dießen. Nachdem wir unsere Unterkunft für die nächste Woche in Beschlag genommen hatten, die „Kämpfe“ um Betten und Schränke mehr oder weniger gewonnen waren, ging es zum Abendessen schließlich ins Unterbräu, eine urbayrische Gaststätte, mit dementsprechendem Essen, in einem Satz: lecker und preisgünstig. Mit der Wirtin, die wir schon seit vielen Jahren gut kennen, wurde noch schnell das Mittagessen für Montag (Lasagne) abgesprochen.
Am nächsten Morgen dann schließlich ging es zum Segeln. Zuerst eine kurze Begrüßung; der Segellehrer stellte sich vor. Nach einigen kurzen theoretischen Unterweisungen ging es gleich auf die Boote. In gemischten Mannschaften (Neulinge und „alte Hasen“) wurde bis zur Mittagspause um 12.oo Uhr gesegelt. Nach dem Mittagessen ging es wieder auf den See bis halb fünf. Leider war das Wetter noch ziemlich kühl. Man glaubte nicht, dass wir im August zum Segeln gefahren sind. Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten die meisten damit, zu duschen und dann die Supermärkte des Ortes zu plündern. Das Abendessen gab es dann in unserer Unterkunft. Es gab reichlich Brot, Käse(creme, die beste der Welt !!) und Wurst, so dass jeder gesättigt den Tag ausklingen lassen konnte. In ähnlicher Art verliefen auch die anderen Tage.
Leider zog am Dienstag schon um halb vier ein Gewitter mit Sturmböen auf. Obwohl wir so schnell wie möglich zur Segelschule zurück segelten, wurden wir trotzdem richtig nass.
Am Mittwochmorgen rechneten wir mit einer ausgiebigen Theoriestunde (Knoten üben etc.). Doch nach kurzer Zeit packten wir im Bootshaus alles zusammen und raus ging es. Mit gerefften Segeln ging es wieder auf den Ammersee. Im Laufe des Vormittags beruhigte sich das Wetter zusehends, so dass erst die Fock gesetzt und dann auch noch das Reff aus dem Großsegel genommen werden konnte. Es wurde ein traumhafter Segeltag mit genug Wind und erstaunlicherweise auch noch genug Sonne.
Am Donnerstag wurden dann die Segelmanöver weiter geübt – Wende, Halse, Mann über Bord, Beiliegen u.ä. Endlich wurde es auch warm genug, um im Ammersee schwimmen gehen zu können. Segel geborgen, Boote miteinander verbunden und rein in den See. Am Abend traf man sich zum Grillen am Steg. Da Herr Rohde seine Gitarre und einige Notenbücher mitgebracht hatte, konnten wir uns nach dem Grillen zusammensetzen und singen. Erst als man überhaupt nichts mehr in den Notenbüchern lesen konnte, gingen wir nach Hause.
Am Freitag, dem letzten Tag unseres Segelkurses wurde nochmals ausgiebig gesegelt. Unser Segellehrer richtete noch eine kleine Regatta aus, in der wir heftig um die Plätze kämpfen konnten. Nachdem wir zum Abendessen die Dießener Gastronomie überfallen hatten (Pizza contra Schweinshaxe), klang der Abend mit Musik am Ufer des Ammersees aus.
Nach kurzer Nachtruhe hieß es dann Zimmer aufräumen, Betten machen, Küche aufräumen und das Haus wieder in den Ursprungszustand versetzen. Nachdem alles erledigt war, ging es leider wieder zum Bahnhof. Noch ein letzter Blick auf den Ammersee . . . und tschüss bis zum nächsten Jahr.“