Fortbildungsplan
Die Akzentsetzungen des Fortbildungsplanes resultieren sowohl aus den Vorgaben der Schulkonzeption und den Entwicklungsschwerpunkten des Schulprogrammes als auch aus den Entwicklungserfordernissen auf Grund ministerieller Vorgaben.
Fachspezifisches, Fächerverbindendes, Fachübergreifendes:nach oben
Die Fortbildungswünsche in diesem Bereich, besonders die fachspezifischen, sind zahlreich und gleichzeitig individuell. Trotzdem sollte ihnen ein großer Stellenwert eingeräumt werden, da sie sich stark nach der persönlichen Interessenlage des Einzelnen richten. Denn persönliches Interesse garantiert ein hohes Maß an Motivation, die Inhalte der Fortbildung im Unterricht umzusetzen. Gleichzeitig ermöglicht sie die individuelle Ausgestaltung des Fachunterrichts im Rahmen der curricularen Bedingungen, so dass der Unterricht eine höhere Qualität und gleichzeitig eine persönliche Note erhält. Damit wird sowohl den unterschiedlichen Lehrerpersönlichkeiten Raum zur Entfaltung gegeben, als auch den breit gefächerten Interessenlagen der Schülerschaft ein möglichst facettenreiches Unterrichtsangebot ermöglicht.
„Fächerverbindende und fächerübergreifende Unterrichtsansätze, die auf substanziellem fachlichen Wissen und Können basieren, sollen dabei das Verstehen von Zusammenhängen fördern."1 Fortbildungen in diesem Bereich ermöglichen den Fachlehrern in Zusammenarbeit mit anderen Kollegen thematische Überschneidungen in den Lehrplänen für die Schüler sinnstiftend umzusetzen, was ein vertieftes Lernen und Begreifen fördert. Außerdem wird den Kollegen die Möglichkeit gegeben, ihre persönlichen Ressourcen, nämlich beide von ihnen vertretenen Unterrichtsfächer zu verbinden, besser zu nutzen.
Professionalisierungnach oben
Um die Zusammenarbeit aller Beteiligten innerhalb einer Schule möglichst erfolgreich zu gestalten, muss durch entsprechende Fortbildungsangebote auf die Wünsche des Kollegiums in Bezug auf eine fortschreitende Professionalisierung des Lehrerberufs eingegangen werden. Dazu zählen die Gestaltung einer konstruktiven Elternarbeit, gerade bei einem problematischen Familienumfeld, Kommunikationstechniken und –analyse, sowie eine breite Kooperation zwischen Kollegen und allen institutionellen Gremien der Schule2.
Die weitere schulische Entwicklung und vor allem die Weiterentwicklung der unterrichtlichen Arbeit als Kerngeschäft von Schule sollen durch den Aufbau und die Pflege einer Rückmeldungs- und Feedback-Kultur gefördert und unterstützt werden.3
Der Gedanke des sozialen Lernens, des respektvollen Miteinanders im Unterricht und im Schulleben allgemein muss gerade von Lehrerinnen und Lehrern in die Klassen hineingetragen werden. Eine Kompetenzerweiterung in diesem Bereich ist gewünscht.
Fortbildungsaktivitäten in diesem Bereich können deshalb folgenden Leitbegriffen zugeordnet werden: Elternarbeit, Kommunikation, Teamentwicklung im Kollegium, soziales Lernen, Rückmeldungs- und Feedback-Kultur
Förderung von Schülerinnen und Schülernnach oben
„Die Lehrenden nehmen ihre Aufgabe, auf zeitweilige Lernschwierigkeiten und Problemlagen einzugehen, ebenso wahr wie sie bestrebt sind, besondere Begabungen in geeigneter Weise zu fördern“.4 Eine wirksame Förderung setzt voraus, dass die Lehrkräfte über eine differenzierte Beobachtungs- und Diagnosefähigkeit bezüglich der Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern verfügen. Eine verstärkte Akzentuierung kompetenzorientierten Lehrens und Lernens (Erstellung und Reflexion von Kompetenzstufen und –rastern) kann den Prozess der Ausschärfung der Diagnosefähigkeit unterstützen und bereitet zugleich auf eine Arbeit mit Bildungsstandards vor.
Darüber hinaus werden spezielle Fortbildungsnotwendigkeiten bezüglich des Erkennens von und der Förderung bei Lese-Rechtschreibschwäche sowie des Umgangs mit ADS und Hyperaktivität bei Schülerinnen und Schülern und hinsichtlich der Möglichkeiten einer Begabtenförderung in und neben dem Fachunterricht gesehen.
Fortbildungsaktivitäten in diesem Bereich können deshalb folgenden Leitbegriffen zugeordnet werden: kompetenzorientiertes Lehren und Lernen, Beobachtungs- und Diagnosefähigkeit, Erkennen von und Förderung bei Lese-Rechtschreibschwäche, Umgang mit ADS und Hyperaktivität, Begabtenförderung in und neben dem Fachunterricht.
Ganzheitliche Gesundheitserziehungnach oben
Dieser Fortbildungsschwerpunkt hat zum Ziel, der gesamten Schulgemeinde, Schülern wie Lehrern, ein angenehmes und von gegenseitigem Respekt und Wohlwollen geprägtes Miteinander zu ermöglichen, in dem jeder Einzelne sich zu einem an Körper, Geist und Seele gesunden Menschen entwickeln kann bzw. sich diese Gesundheit erhalten kann. Arbeitszufriedenheit und Gesundheitsförderung5 bilden einen Teilaspekt des Referenzrahmens für Schulqualität, dem somit Rechnung getragen wird.
Dabei sind die Bedürfnisse der Lehrkräfte naturgemäß zum Teil andere als die der Heranwachsenden. Um den ständig steigenden Anforderungen des Berufsalltags gerecht werden zu können, sollte die Möglichkeit der Supervision gegeben sein, in der die Einzelnen ihre Rolle in der Klasse, im Kollegium und in der gesamten Schulgemeinde konstruktiv verarbeiten können. Fortbildungen im Bereich der Arbeitsökonomie und der Konfliktlösung geben die Chance, dass Arbeitsanforderung nicht zur Überforderung wird und trägt damit beträchtlich zur Berufszufriedenheit bei. Techniken des Stressabbaus, der Entspannung und des Stimmtrainings eröffnen Wege des befriedigenden Arbeitens.
Damit sich den Jugendlichen die Bedeutung einer umfassenden Gesundheit erschließt, sollte dieses ganzheitliche Verständnis des Begriffes auf vielfältige Weise an sie herangetragen werden. Ein wichtiger Eckpfeiler in diesem Konzept stellt die breit angelegte Präventionsarbeit in der Schule dar. Suchtprävention, Krankheitsprävention, Prävention jeglicher Gewaltformen sind nur einige Aspekte, die hier exemplarisch genannt werden sollen. Diese Arbeit erfordert entsprechend ausgebildete Lehrkräfte, die außerdem in die Lage versetzt werden müssen durch geeignete weitere Fortbildungen die gemachten Erfahrungen reflektieren und evaluieren zu können.
Im Hinblick auf die Zielsetzung des Erwerbs des Teilzertifikats „Bewegung", einem Baustein des Zertifikats „Gesundheitsfördernde Schule", sollten möglichst viele Lehrkräfte in der Lage sein, bewegungsfördernde Maßnahmen in den Regelunterricht zu integrieren. Ein ausdrückliches Körperbewusstsein, das in Bereichen der Bewegung, der gesunden Ernährung und der Verantwortung für den eigenen Körper thematisiert werden soll, schafft die Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung der Heranwachsenden.
Fortbildungsaktivitäten in diesem Bereich können deshalb folgenden Leitbegriffen zugeordnet werden: Arbeitsökonomie, Supervision, Konfliktlösungsstrategien, Prävention, Bewegungsförderung, Gesunderhaltung des Körpers
Methodennach oben
„Um die Entwicklung von Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Kreativität und Teamfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, werden neben lehrgangsmäßig organisiertem Unterricht offene Formen des Unterrichtens treten".6 Den Lehrkräften muss somit Gelegenheit gegeben werden, ihre Kompetenzen zu erweitern, diese Unterrichtsformen fachgerecht und gewinnbringend einsetzen zu können. Hinzu kommt das Bedürfnis, die Kenntnis der fachspezifischen Methodik zu ergänzen und neuere Erkenntnisse in den eigenen Unterricht einzubringen.
Besondere Bedeutung kommt dabei der Fachmethodik zu, die an außerschulischen Lernorten zum Einsatz kommt, da dort nicht nur fachliches Wissen anschaulich vermittelt werden kann, sondern auch das soziale Lernen der Kinder und Jugendlichen einen großen Stellenwert hat. Für das Fach Sport ist es außerordentlich wichtig, dass möglichst viele interessierte Kolleginnen und Kollegen über Fortbildungsmaßnahmen Qualifikationen erwerben, um die Fachkollegen bei Ski- und Wassersportfahrten zu unterstützen. Diese ermöglichen eine Vertiefung des gesundheitserzieherischen Aspekts sowie fächerverbindende Ansätze7 im Bereich Biologie.
Große Bedeutung in der Methodik erlangen Visualisierungstechniken, deren Anwendung etwa bei Präsentationen als Prüfungsform im Abitur fachkompetent bewertet werden müssen.
Fortbildungsaktivitäten in diesem Bereich können deshalb folgenden Leitbegriffen zugeordnet werden: fachmethodische Fragen, projektorientierter Unterricht, Präsentations- und Visualisierungstechniken
Mediennach oben
„Allgemeinbildung als Lebensvorbereitung"8 verpflichtet die Lehrerinnen und Lehrer dazu, sich beständig zum Thema neue Medien fortzubilden. In keinem anderen Bereich ist die Entwicklung so rasant und gleichzeitig so bedeutend für die Qualifizierung der Schülerinnen und Schüler. Die Schule soll „die unerlässlichen Voraussetzungen für Studierfähigkeit und Bewährung im Beruf"9 schaffen. Um diesem Anspruch Rechnung zu tragen, müssen Fortbildungen zum Einsatz neuer Medien im Unterricht, als Unterrichtshilfe, zur Benutzung neuer Anwendungsprogramme, zum regelmäßigen Einsatz bestimmter Programme im Unterricht (z.B. Mathematik) angeboten werden.
Filme als Unterrichtsgegenstand gewinnen deshalb an Bedeutung, da die Informationsvermittlung in Bildern drastisch zunimmt. Die „Befähigung zum kritischen Vernunftgebrauch"10 durch die Schülerinnen und Schüler sollte auch hier erprobt werden. Auf welche Weise das Medium Film im Unterricht dafür genutzt werden kann, könnte ein mögliches Fortbildungsthema sein.
Fortbildungsaktivitäten in diesem Bereich können deshalb folgenden Leitbegriffen zugeordnet werden: fachspezifischer Medieneinsatz, Filme im Unterricht, Umgang mit neuen Medien, Unterrichtsarbeit mit Laptops,
1 Schulkonzeption Ludwig-Georgs-Gymnasium, Punkt 3, Absatz 4.
2 Schulkonzeption Ludwig-Georgs-Gymnasium: Punkt 4, Absatz 2.
3 Schulkonzeption Ludwig-Georgs-Gymnasium, Punkt 3, Absatz 1.
4 Schulkonzeption Ludwig-Georgs-Gymnasium, Punkt 3, Absatz 2.
5 HKM, Institut für Qualitätssicherung: Referenzrahmen Schulqualität.
6 Schulkonzeption Ludwig-Georgs-Gymnasium: Punkt 3, Absatz 5.
7 Schulkonzeption Ludwig-Georgs-Gymnasium, Punkt 3, Absatz 4.
8 Schulkonzeption Ludwig-Georgs-Gymnasium: Punkt 2, Absatz 4.
9 Schulkonzeption Ludwig-Georgs-Gymnasium: Punkt 2, Absatz 4.
10 Schulkonzeption Ludwig-Georgs-Gymnasium: Punkt 2, Absatz 6.