Initiative Gesunde Schule
Initiative Gesunde Schule - unsere Schule bewegt sich
Seit 2006 besteht die Initiative Gesunde Schule. Ein gutes Jahr hat die Vorbereitungszeit gedauert, kurz vor den Osterferien 2008 stimmten nun auch Gesamtkonferenz und Schulkonferenz zu: Die Initiative „Gesunde Schule“, eine offene Arbeitsgruppe von LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern, wird weiter arbeiten und nun gezielt Projekte zu den Themenbereichen Ernährung, Bewegung und Kommunikation zusammenstellen, die geeignet sind, am LGG umgesetzt zu werden.
Sie möchten wissen über was wir im letzen Jahr diskutiert haben:
Unter der fachkundigen Moderation von Herrn Weyel, dem Suchthilfekoordinator Darmstadt-Dieburg & Sprecher KPRD, haben wir uns u.a. mit dem Thema Drogen beschäftigt.
Interessant zum Beispiel: Wussten Sie, dass das Betäubungsmittelgesetz in Deutschland erst seit 1981 existiert? Und dass wir besser zwischen Drogen, die wach machen, und solchen, die müde machen, unterscheiden sollten? Damit sind wir nämlich ganz schnell bei Alkohol und Zigaretten angekommen, den entscheidenden legalen Einstiegs-Drogen für Jugendliche. Für uns stellte sich die Frage, wie wir Prävention an der Schule etablieren wollen. Die übliche Auffassung und Vorstellung von Sucht-Prävention ist: „Ich will nicht, dass mein Kind süchtig wird!“ Herr Weyel verglich diese Aussage mit einem Fahrgast, der ein Taxi besteigt mit dem geäußerten Wunsch: „Ich möchte nicht zum Bahnhof!“ Beide werden nicht allzu weit kommen. Sicher sind Abschreckung und Information nach wie vor wichtige Bestandteile der präventiven Arbeit, den größten langfristigen Erfolg verspricht jedoch der Ansatz beim einzelnen Individuum. Ausgangsbasis ist der Gedanke der Stärkung des individuellen Menschen.
Wir stellten uns der Frage: Welche Faktoren machen einen stabilen Menschen aus? Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit, Nein-Sagen können, Humor, gute Beziehungen (Freunde, Familie), Neugier, Werte, Selbsteinschätzung, Hoffnung, Liebe, Ziele, Aufgaben, Mut, Empathie, Genussfähigkeit, Gefühlserfahrungen, hohe Frustrationstoleranz, ... hier wird deutlich, was uns wichtig ist, und dass Suchtprävention sich aus strukturellen und individuellen Faktoren zusammensetzt. Prävention heißt also, dass wir Eltern und Lehrer gemeinsam diese Faktoren fördern und ausbauen.
Im nächsten Schritt betrachteten wir die Schule im Kleinen und Großen, auf der strukturellen Ebene zeigt sich Diskussionsbedarf bei den Themen Ganztagsschule – Unterrichtsrhythmus (45 Minuten-Takt) – und Stundenklingeln. Diese Themen sollen immer wieder im Verlauf der Diskussionen mit bedacht werden. Auf der individuellen Ebene stehen derzeit die Stichpunkte
- Ernährung: Mittagspause in der Huette, in der Stadt, in der Schule, was ist gesunde Ernährung, gibt es die Möglichkeit eines Kooperationsprojekts, Verzahnung von Projekt zu Unterricht...
- Bewegung: alternative Sportangebote, soll Sportunterricht 1- oder 2-stündig sein, Materialien für die bewegte Pause, Mobilität auf dem Weg zur Schule, gesundes Sitzen....
- Kommunikation und Sozialverhalten, Umsetzung des Leitbilds aus der Schulkonzeption...
Es haben sich drei Arbeitsgruppen gebildet, erste Themen und Fragestellungen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit - wurden gesammelt.
Themenschwerpunkt Ernährung
- Wegweiser Essen Darmstadt-City – wo kann ich was essen und zu welchem Preis?
- „Gut-Böse“ Ratgeber – was ist gesunde Ernährung?
- „Aquarium“: können wir hier in Kooperation mit der städtische Jugendarbeit eine Kochkurs anbieten?
- Trinken im Unterricht/in der Schule – welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? Vielleicht durch Wasserspender? Alternativen?
- Kiosk vs. Cafeteria – wer verkauft was? Wie kann ein gutes, sich ergänzendes Konzept aussehen?
- Zeit/Pausen – Wie lang ist eine „gute“ Pause? Wie lange sollte die Mittagspause sein?
Themenschwerpunkt Bewegung
- „Bewegte“ Pause: Was heißt das für die unterschiedlichen Altersgruppen? Brauchen wir Sportflächen, Bälle etc. Wie kann Bewegung in den Unterricht integriert werden? Stichwort „Methodenvielfalt“ z.B. Entspannung und Rituale
- Möglichkeiten alternativer Bewegungsprojekte (Fahrrad, Zirkus., Sponsorenlauf)
- Mobilität auf dem Weg zur Schule – Wie kommen Kinder zur Schule (speziell: Fuß und Rad)
Kommunikation/Sozialverhalten
- Leitbild – Können wir für die Schulgemeinde ein übergeordnetes Leitbild formulieren?
- Respekt – Ziel ist es, respektvoll miteinander umzugehen, Schüler – Lehrer - Eltern
- Dialogforum, z.B. im „Aquarium“ als Ort für das Konfliktmanagement/ die Streitschlichter
- Wie gehen wir um mit körperlichen Auseinandersetzungen, Rangeleien u.ä. Körpererfahrung/Sensibilität
- Zusammenstellen professioneller Ansprechpartner auf Abruf für schwierigere Situationen
- Ermutigen zu sozialem Engagement/sozialem Handeln durch SchülerInnen
Diese Anregungen werden in den Arbeitsgruppen diskutiert. Dabei wird vor allem geprüft, welche Themen oder Projekte sich mit den an der Schule vorhandenen Ressourcen realisiert werden können, bzw. ob es möglich ist, zeitnah Kooperationspartner zu finden.
(Stand Mai 2008)